Der Wabun-Code ist die für das Japanische entwickelte Morse-Variante: Jedes Katakana-Zeichen (und einige weitere Symbole) hat eine eigene Folge aus Punkten und Strichen. Er wurde 1908 offiziell eingeführt und wird im japanischen Amateurfunk bis heute verwendet.
Wabun entstand, als Japan Ende des 19. Jahrhunderts sein Telegrafenwesen modernisierte. Das lateinische Morsealphabet konnte Kana nicht abbilden, also erhielt man einen parallelen Satz Codes für die 48 Katakana-Zeichen sowie Dakuten (Trübungszeichen) und Handakuten (Halbtrübungszeichen).
Funker der JARL (Japan Amateur Radio League) nutzen Wabun weiterhin für QSOs auf Japanisch. Das System wird außerdem als historisches Zeugnis dafür untersucht, wie sich nichtlateinische Schriften an die Telegrafie anpassten.
Nein. Wabun ordnet Morsemuster den Katakana-Zeichen zu, internationales Morse dagegen lateinischen Buchstaben. Beide Systeme können auf demselben Kanal nebeneinander bestehen, kodieren aber verschiedene Alphabete.
Beides. Die meisten japanischen Funkamateure beherrschen internationales Morse für DX-Betrieb (ausländische Stationen) und Wabun für inländische Verbindungen auf Japanisch. Viele QSOs wechseln zwischen beiden.
Wabun beruht technisch auf Katakana, aber die Codes gelten für dieselbe Silbenschrift. Hiragana-Zeichen haben deshalb dieselben Morsecodes wie ihre Katakana-Entsprechungen.
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